Die TU Braunschweig

Deutschland ist weltweit bekannt für seine „TU9“, wie der Zusammenschluss der neun führenden Techischen Universitäten in Deutschland international bekannt ist. Die TU9 German Universities of Technology sind Teil der Exzellenzinitiative und national und international für den hohen Standard in ihrer Lehre gelobt. Eine der neun Technischen Universitäten steht im wunderschönen Braunschweig.

Exzellenzcluster und Elite-Studium

Im Juli 2019 veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung einen Artikel, in dem die Frage gestellt wurde, ob der Elite-Status eine Universität wirklich lohnenswerter macht als andere. Dabei wurde vor allem auch die TU Braunschweig, die mit vollem Namen Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig heißt, sehr lobend erwähnt. Gerade der Forschungsschwerpunkt Luftfahrt war der Süddeutschen einen Tipp wert, den sie potentiellen Studenten wärmstens empfehlen konnte.

Die Geschichte der TU Braunschweig

Mit circa 20.000 Studenten ist die TU Braunschweig eine der mittelgroßen Hochschulen Deutschlands. Sie gehört aber auch zu den Technischen Universitäten in Deutschland mit der längsten Tradition: Bereits 1745 wurde das Collegium Carolinum gegründet, das Schulabgänger auf ein Universitätsstudium und Beamte auf ihre Karriere im Beamtenstatus vorbereiten sollte.

1862 wurde das Collegium dann, nach mehreren turbulenten Jahren mit stark schwankenden Immatrikulationszahlen, zu einer Polytechnischen Schule reformiert. Konkret sollten Fächer wie Maschinenbau, Bauwesen, Chemie und chemische Technik, Pharmazie, sowie Forstwissenschaften und Landwirtschaft gelehrt werden. In diesem Schritt wurden die humanistischen Fächer gänzlich vom Portfolio der Hochschule gestrichen.

Die Immatrikulationszahlen gingen durch das veränderte Curriculum schlagartig nach oben, sodass bald ein Neubau nötig wurde, um die Kapazität deutlich zu erhöhen. Als die Kosten des Neubaus jedoch mit damals 2,2 Millionen Deutsche Mark beziffert wurden, versuchte der Freiherr von Veitheim 1876 die Notbremse zu ziehen und eine Schließung der Polytechnischen Schule zu erzwingen – was ihm durch den starken Gegenwind aus Politik und Industrie jedoch nicht gelang.

Die Reform zur Technischen Hochschule

1878, sieben Jahre nach Gründung des preußischen Reichs, wurde die Polytechnische Schule in den Status einer Technischen Hochschule erhoben, was auch die Zulassungskriterien deutlich verschärfte. Diesen Status hatte die TU Braunschweig bis 1968 stets inne – auch wenn der Lehrbetrieb 1945 wegen der starken Schäden an den Hochschulgebäuden pausiert werden musste.

Nach dem Wiederaufbau startete die TU Braunschweig als erste deutsche Hochschule wieder den Vorlesungsbetrieb im Wintersemester 1945/1946. Durch die stetige Innovation wurde ihr 1968 dann der Status der Universität zugesprochen – eine Entscheidung, die sich schnell als sehr gut erwies. So war die TU Braunschweig 1972 der Pionier in Deutschland für den Studiengang Informatik, wählte 1990 die erste Frau als Vizepräsidentin einer Technischen Universität, und dank der vorausschauenden und innovativen Praktiken wurde der TU 1996 eine ganz besondere Ehre zuteil: Die deutsche Bahn benannten ihren ICE 597 als ersten Zug der deutschen Geschichte nach einer Universität.

Innovationsgeist im Norden

Schaut man auf eine Deutschlandkarte für Erfindungen und Innovationen, sind vor allem die süddeutschen Länder, allen voran Baden-Württemberg, für ihren Erfindergeist und ihre Fortschrittlichkeit bekannt. Dennoch zeigt die Technische Universität Braunschweig, dass auch im Norden der Nation einiges an Innovationen und neuen Ideen hervorgebracht wird.

Und neben den hervorragenden akademischen Leistungen ist die Technische Universität Braunschweig auch für Besucher, die nicht an einem Studium interessiert sind, immer eine Reise wert. Denn die teilweise noch aus den Anfangszeiten des Collegiums verbliebenen Gebäude wurden liebevoll restauriert und können auch während des gewohnten Semester-Betriebs besucht und bestaunt werden.

Ein besonderer Tipp für Fans gotisch anmutender Architektur ist dabei übrigens das historische Hauptgebäude der TU, das 1876 gebaut wurde.